Ein Mann, ein Schiff! Teil 2: Dawn of Strubel

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Ein Mann, ein Schiff! Teil 2: Dawn of Strubel

Postby Strubel » 25 Apr 2015, 20:18

"Was ist hier los?" Strubel vergass vor Verblüffung und Zorn französisch zu reden (oder Kikongo, Lingála, Swahili bzw. Tschiluba) und blaffte munter auf Deutsch los. Aber der kleine Japaner schien ihn trotzdem zu verstehen. "Ich weiss, nicht, was Sie meinen, Strubel-San. Sie hatten doch befohlen, dass die ganze Besatzung antreten soll, und hier bin ich" grinste er und stütze sich dabei lässig auf seinen Wischmop auf. "Stillgestanden!" brüllte Strubel-San, äh Strubel mit hochrotem Kopf! "Sie nehmen jetzt sofort Haltung an, wenn der Kapitän das Wort an Sie richtet! Und was soll das überhaupt heissen: Sie sind die ganze Besatzung?" Der Japaner schien unbeeindruckt. "Es tut mir leid, Strubel-San, aber da ich bei Wargambling und nicht bei Ihnen angestellt und damit Zivilist bin, haben Sie mir gar nichts zu befehlen. Seien Sie froh, dass ich hier sauber mache, oder wollen Sie das auch übernehmen?" Er lächelte ihn frech an: "Ich schaue Ihnen gerne beim Putzen zu und gebe ein paar Tips."

Strubel war sprachlos. Er drehte sich wortlos um und rannte zurück auf die Brücke. Da hatte doch so ein dickes Handbuch herumgelegen mit diesem komischen Strichcode, aber vielleicht gab es das ja auch in anderen Sprachen! Als er außer Atem oben angekommen war musste er zunächst kurz schlucken, denn die tief stehende Abendsonne wurde durch einen gewaltigen Schatten verdeckt: An seinem noch fest verzurrten Schiff fuhr gerade ein anderes Schlachtschiff vorbei, offenbar eine noch viel riesigere Amagi. Und auch auf ihr war kein Mensch zu sehen! Schnell ergriff er einen der herumliegenden Feldstecher und visierte die Brücke des anderen Schiffes an, bevor sie in wenigen Augenblicken außer Sicht geraten würde. Aha: da war jemand: offenbar ein einzelner Kapitän, so wie er, der völlig verschwitzt ständig zwischen dem Ruder und dem Maschinentelegrafen hin und her rannte. Moment: er kannte den: JTRabbit aus seinem Clan! Was machte der da nur? Die Amagi entfernte sich zügig. Entgeistert setzte Strubel den Feldstecher ab und blickte sich panisch nach dem Handbuch um.

Doch das bestand tatsächlich nur aus Schriftzeichen in diesem komischen Strichcode und nirgendwo war eine andere Ausgabe zu sehen. Er verfiel in Panik und rannte zur Aussichtsplattform um nachzusehen, ob sein Panzer III noch da war. Oh nein! Er war weit und breit nicht zu sehen! "Das ist ja ein Albtraum! Ich bin erledigt! Ich hab doch keine Ahnung wie man diesen Koloss steuert!" Schluchzend brach er zusammen. Und so bemerkte er eine ganz Zeitlang nicht, dass er beobachtet wurde. Der freche Japaner stand bequem in der Türe. "Wenn ich mir eine Frage erlauben darf: Kann es sein, dass Sie kein Japanisch können, Strubel-San?" Strubel war der höhnische Tonfall nicht entgangen, aber es war ihm jetzt egal. "Wozu soll ich japanisch können, wenn ich ein afrikanisches Schlachtschiff führen will?" fragte er leise und müde wirkend. "OK" meinte der Japaner "Wir haben offenbar einen langen Weg vor uns..."

Die Sonne war schon fast untergegangen als Strubel endlich alles einigermaßen verstanden hatte: Die Kongo war ein japanisches Schlachtschiff aus britischer Produktion, und jetzt mit einem deutschen Kapitän. Weil das weissrussische Wargambling zwar Kriegsschiffe baute, verkaufte und dann in der World of Warshops aufeinander hetzte, aber auf keinen Fall eine schlechte Presse (z.B.: 1.450 Tote nach Untergang einer Kongo) wünschte, waren alle Schiffe für einen Ein-Mann-Betrieb ausgelegt. Strubel würde also alle wesentlichen Funktionen selbst übernehmen müssen. Insbesondere Kurs bestimmen, Fahren und Schiessen. Gleichzeitig! Aber die erste Herausforderung war: Ablegen!

Noch nie in seinem Leben war Strubel so viel herumgerannt und hatte so schwer gearbeitet. Nachdem er ca. eine Stunde lang zunehmend verzweifelt versucht hatte, unten im Maschinenraum die 4 riesigen Dampfturbinen zu starten, was ihm erst gelungen war nachdem ihm der Japaner gezeigt hatte, dass er zuerst einen kleinen, mit seltsamen Schriftzeichen versehenen Hebel umlegen musste ("Die Stromversorgung, Strubel -San!"), musste er die 4 äußerst schweren Haltetaue lösen, mit denen die Kongo am Kai vertäut war. Als das endlich geschafft war schleppte er sich in seiner inzwischen völlig ölverschmierten Kapitänsuniform und mit wunden Händen und müden Beinen mühselig nach oben auf die Brücke zurück. Immerhin: Das ganze riesige Schiff dröhnte und vibrierte und dicker Rauch quoll oben aus den Schornsteinen: Die Kongo war fahrbereit.

Strubel stand vor dem Maschinentelegraf: Ein Strubel macht keinen halben Dinge: Volle Fahrt voraus! Er wollte gerade das Ruder stark Backbord legen um schnell Richtung hohe See zu fahren, doch da fiel der Japaner ihm in den Arm. "Ganz sanft, Strubel-San! Wir wollen uns nicht die Ruderanlage an der Kaimauer abreissen, nicht wahr?" Gaaanz langsam also lösten sie sich vom Ufer. Es war bereits tiefe Nacht. "Zum Kampfgebiet geht es da lang!", zeigte ihm der Japaner einer Richtung an, "Kann man gar nicht verfehlen, immer auf die Lichtblitze und den Donner zu. Ich geh jetzt übrigens in meine Kajüte schlafen, 'Käpt'n', wecken Sie mich so gegen 8:00! Viel Spass noch!".

Strubel, der angespannt am Ruder gestanden hatte, blickte sich entsetzt um: Er war ganz allein! Und ihm war auch nicht entgangen wie höhnisch und fies dieser Kerl "Käpt'n" gesagt hatte! Na warte, dem würde er es noch zeigen! Er würde sich bei Wargambling beschweren. Nur blöd, dass er vergessen hatte, ihn nach seinem Namen zu fragen.

Riesig, schwarz und schwer schob sich die Kongo - Strubels Kongo - durch die Nacht. Am Horizont blitze es immer wieder und es war entferntes Gefechtsgrollen zu hören. Jetzt gab es kein Zurück mehr! Dafür war er geboren worden! Kapitän eines Schlachtschiffes! Held der Meere! Verheerer von Welten! Strubel der Grosse! Unaufhaltsam und bedrohlich glitt das Schiff durch die See, seinem ersten Einsatz entgegen.

Die Morgendämmerung brach an und das Donnergrollen war jetzt richtig laut geworden. Plötzlich hörte Strubel ein hohes, sich rasend schnell näherndes Pfeifen und dann kurz hintereinander mehrere zischende Schläge. Einige hundert Meter vor dem Schiff stiegen 3 gewaltige Wasserfontänen auf. Das Gefecht hatte begonnen! Und da fiel ihm plötzlich ein, was er vergessen hatte, zu fragen: Wie schiesst man eigentlich mit dem Ding?

Fortsetzung folgt!
See you at the party, Richter!
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Re: Ein Mann, ein Schiff! Teil 2: Dawn of Strubel

Postby Miffy » 26 Apr 2015, 00:28

Hehe, na vielleicht gibt es ja irgendwann auch mal mehr Besatzung in WoWs, damit der arme Strubel entlastet ist... wir werden sehen. :D
Coole Fortsetzung :up:
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Re: Ein Mann, ein Schiff! Teil 2: Dawn of Strubel

Postby h0mEr » 02 May 2015, 06:46

wann kommt eigtl Dein erstes Buch auf den Markt? :)
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